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Kirchenglocken in der Stadt Halle

Zur Geschichte der Glocke

Dass Glocken als liturgische und kultische Instrumente genutzt werden, ist keine europäische Erfindung. Vielmehr scheint die Glocke nie erfunden oder entdeckt worden zu sein. Sie war plötzlich vor rund 4000 Jahren in China da. Dort diente sie als tonangebendes Musikinstrument, war Signalgeber und Maß für Getreide und Länge.

Erst ab dem 7. Jahrhundert nach Christus fand die Glocken, nach langen Umwegen in Europa weite Verbreitung. Zuerst auf die Klöster beschränkt, ordnete Papst Sabinian (604-606) das Läuten einer Glocke auch außerhalb der Klostermauern an. Durch Edikte von Karl dem Großen fand die Glocke weite Verbreitung in seinem Herrschaftsbereich.

Der Großraum Harz gilt als die Wiege des deutschen Glockengusses. Hier fanden ab dem 8. Jahrhundert verstärkt Klostergründungen statt, und es stand das Fachwissen der Mönche und die Bodenschätze des Harzes und Mansfelder Landes, Kupfer und Zinn, zur Verfügung.

Erst ab dem 12.Jahrhundert traten verstärkt Wandergießer auf, die die inzwischen auch größer werdenden Glocken vor Ort gossen. Mit dem holländischen Gießermeister Gerd van Wou erreichte die Glockengießkunst um 1500 ihren Höhepunkt, der bis heute nicht wieder erreicht werden konnte.

Glocken sind nicht nur Musikinstrumente für den liturgischen Gebrauch, sondern auch oft atemberaubend schöne Kunstwerke und Zeugnisse der jeweiligen Technik.

Der Dreißigjährige Krieg bedeutete einen ganz tiefen Einschnitt in der Kunst des Glockengusses. Es wurden nicht nur viele Glocken vernichtet und zu Kanonen gegossen, sondern die Kunstfertigkeit und das Wissen, von Generationen von Glockengießern immer vom Vater zum Sohn weitergegeben, wurde jäh unterbrochen. So musste vieles nach dem Krieg wieder neu gelernt und erworben werden. Die Glocken waren darum bei weitem nicht mehr mit den Instrumenten des Mittelalters qualitativ vergleichbar. Es waren letztendlich lothringische Wandergießer, die in Deutschland dem Glockenguss wieder zum neuen Leben verhalfen.

In der Folge wurden in jedem neuen Krieg Glocken vernichtet, vor allem dann aber im ersten und zweiten Weltkrieg. Diese Verluste konnten nur mit Ersatzmaterialien aufgefüllt werden, so dass viele Glocken aus Eisen in die Türme kamen. Aufgrund der Materialwahl sind diese Glocken heute riss- und absturzgefährdet, so dass hier große Aufgaben auf die Gemeinden zukommen.

Die Landeskirche hat den reichsten Bestand an Glocken des 11. bis 14.Jahrhunderts in ganz Deutschland. Dies ist auf die schon erwähnte Wiege im Harz zurückzuführen. Die ältesten Glocken, sogenannte Bienenkorbglocken, befinden sich in Merseburg und Theißen. Sie wurden um 1040 gegossen. Bedeutende Glocken sind die berühmte Clinsa des Merseburger Domes von 1180 und die Benedicta aus dem frühen 13.Jahrhundert. Weitere bedeutende Glocken hängen im Halberstädter Dom, die Osanna von 1454, die Maria der Stendaler Marienkirche, gegossen von Gerd von Wou im Jahr 1490, die Susanne des Magdeburger Domes von 1702.

In den letzten Jahren wurden bereits viele Geläute und Einzelglocken restauriert und Kriegsverluste durch neue Bronzeglocken ersetzt. Hier ist aber noch ein weites Feld, denn seit dem Ende des ersten Weltkrieges konnte eine kontinuierliche Glockenpflege und Wartung nicht stattfinden. Entsprechend sehen viele Türme und Geläute aus. Aus dem Bewusstsein sind Glocken aber trotzdem nicht gekommen, und es ist immer wieder eine Freude zu erleben, welche emotionale Wirkung Glocken haben und dadurch Menschen motiviert werden.

Quelle:
http://www.kirchenprovinz.de

Weitere Links zum Thema:
http://www.philippuskirche.de
http://www.kirchenglocken.de
http://www.glocken-online.de


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Nachfolgend finden Sie einen detailierten Ausblick auf die Gottesdiensttermine des kommenden Wochenendes für die evangelischen sowie freikirchlichen Gemeinden als Übersicht sowie den Aushang Katholischer Gemeinden zum Download:

pdf-Icon des Dokumentes Gottesdienste am kommenden WE und in der darauffolgenden Kalenderwoche (*.pdf-Datei, 220 KB)

pdf-Icon des Dokumentes Aushang Katholische Stadtgottesdienste (*.pdf-Datei, 83 KB)