
Herausgeber: Kirchenkreis Halle/Saalkreis, Superintendent Hans-Jüürgen Kant
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630 EURO im Benefizlauf für ein Waisenhaus für Mädchen in Kinshasa zum KINDERKIRCHENTAG
9. September: Gemeindefest „Wie im Himmel so auf Erden“ Ammendorfer Kirche St. Katharinen
11. und 12. September: Kirchenmusik zum Tag des offenen Denkmals
12. September: Halle-Neustädter Kirchengemeinde eröffnet neues Gemeindezentrum
1. Mitteldeutscher Kirchentagskongress 24. bis 26. September 2010
Die St. Johannes-Kirche in Halle an der Saale ist „Kirche des Jahres 2006/2007'. Sie ist nicht wegen ihrer Denkmalschutzaspekte ausgewählt worden, sondern wegen des Bemühens der Gemeindemitglieder um ihre Kirche, die sie auch aus Platzmangel für die verschiedenen Gemeindeaktivitäten braucht.. Die Gemeinde richtet ihr Interesse vor allem auf das umliegende Wohngebiet und ihre Menschen. Des Weiteren war auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde entscheidend.
Der neugotische Backsteinbau wurde 1892/93 nach den Plänen von Friedrich Fahro gebaut. Fahro gab der damaligen Industrialisierung in Halle erstmals ein Gesicht und die Johanneskirche war sein erstes sakrales Werk, eine dreischiffige Halle mit Chor und der angefertigten Orgel auf der Empore durch die Firma Rühlmann aus Zörbig.
Die schönen figürlichen Fenster (das Pfingstwunder darstellend) im Bleiglasstil von Alois Freystadtl sind eine Besonderheit der Kirche. Durch den Bau der Kirche auf noch freiem Feld erfolgt ein Aufschwung im Flächenwachstum der Stadt. Es beginnt die Ausdehnung in den Süden der Stadt.
Die Bebauung mit umliegenden Wohnhäusern und Gebäuden erfolgte aber erst 20 Jahre später. Durch die Industrialisierung hervorgerufen entstand ein Bevölkerungswachstum in Halle und damit eine Kirchennot , da die vorhandenen Kirchen für die Gläubigen nicht ausreichten. Die hallesche Bevölkerung wuchs in dieser Zeit innerhalb von nur zwanzig Jahren auf das Doppelte an. Daher wurden in den 90-er Jahren durch den selbst gegründeten evangelischen Bauverein in kürzester Zeit drei zentrale Kirchen erbaut, wozu die Johanneskirche zählt.
Am 10.11.1893 fand die Kirchenweihe statt. In den folgenden Jahren gründete sich ein Frauenverein für die Unterstützung der Armen- und Krankenpflege (heute unter dem Namen Frauenhilfe). Gegen 1919 entstand daraus eine erste Schwesternstation. Es wurden aus dem entstehenden Platzmangel weitere Räumlichkeiten für die Gemeinde dazugemietet. In diesen waren Kindergärten, Vereine und öffentliche Freizeiteinrichtungen untergebracht.
1929 wurde eine neue Predigtstelle "Lutherbezirk" eingerichtet, und die gegründete Luthergemeinde wurde eine selbstständige Tochtergemeinde der Johannes-Gemeinde.
Ab 1933 wurde die Jugendarbeit zwangsweise eingestellt und die Kindergärten wurden der NSV unterstellt. Es entstand eine politische Spaltung zwischen Kirche und Bevölkerung, dies ließ Verbote für die kirchlichen Räume folgen. Nach Kriegsende begann ein Neuaufschwung im Gemeindeleben. Die zwei Kindergärten waren wieder in vollständiger Obhut der Johannesgemeinde.
Aus später folgenden finanziellen Gründen war ein Verfall der Kirche vorauszusehen. Schließlich wurde sie vom Kirchenkreis Halle als Baumateriallager der kirchlichen Baubrigade genutzt. Am Heiligen Abend 1977 versammelte sich die Gemeinde zum vorerst letzten Gottesdienst in der Kirche.
In den anschließenden Jahren zerfiel die Kirche zusehends; Tauben nisteten sich im Glockenturm ein und nutzten die Orgel als Unterschlupf, Brandlegung an der Orgel und viele weitere Schäden folgten.
Nach 1991, die Baubrigade hatte die Kirche verlassen, widmete sich die Gemeinde mit einem Erhaltungs- und Sanierungskonzept wieder der Erhaltung der Kirche. Als erste Sicherungsmaßnahme wurde das Dach des Kirchenschiffes und der Glockenturm repariert. Der Innenraum bekam einen neuen Putz. Jedoch zieht sich die vollständige Sanierung der Kirche aus Geldmangel noch viele Jahre hin.